Tag 3 | Politische Kommunikation

Am Mittwoch, dem dritten Tag der Springschool war unser Referent Martin Fuchs, er ist Politikberater in Hamburg, sein Workshop wurde online per Zoom abgehalten. Er sprach über Politische Kommunikation, genauer gesagt über die Disruption durch Social Media in der Medienwelt.

Zuerst hat er uns einen Einblick in die Entwicklungen in der Mediennutzung in den letzten fünf Jahren gegeben, auch im Hinblick auf Nutzungspräferenzen von verschiedenen Altersgruppen. So hat sich die Social Media-Nutzung in diesem Zeitraum relativ stark verändert, und die Nutzung von gedruckten Zeitungen hat abgenommen. Bei vielem davon war interessant, schon im Privaten beobachtetes Verhalten, so zum Beispiel, dass ältere Menschen eher Facebook nutzen als Jüngere, tatsächlich mit Fakten bestätigt zu sehen.

Im Anschluss daran hatte er eine Präsentation über ausgewählte positive Auftritte im Internet von PolitikerInnen vorbereitet. So zum Beispiel ein Versuch Bodo Ramelows sich im Wahlkampf als YouTuber zu versuchen. Aber nicht nur YouTube wurde als neues Medium von der Politik entdeckt. Andere PolitikerInnen beteiligten sich an TikTok-Challenges, erstellten GIFs oder veranstalteten Twitch-Streams. Als Problem dieser Entwicklung sah er die langsame Geschwindigkeit, mit welcher die Politik sich in das „Neuland“ Internet begeben hat und begibt. Aber auch die Natur des Internet selber, die schnelle Contententwicklung und Veröffentlichung und der, aufgrund der sehr schnellen Geschwindigkeit und schierem Umfang unkontrollierbare Diskurs haben PolitikerInnen lange davor zurückgeschreckt dieses Medium zu nutzen. Man fürchtet einen Kontrollverlust über die eigenen Inhalte, aber dieser ist im Internet unvermeidlich. Dies illustrierte er mit dem Beispiel der Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär, die von sich selbst GIFs erstellen ließ, in denen sie bekannte Memes nachahmt.

Während des Vortrags waren wir Zuschauer auch immer eingeladen, bei verschiedenen Fragestellungen mit zu diskutieren. So haben wir unter anderem über die Frage gesprochen, ob Nachrichtenredaktionen ihre Informationen und Artikel kostenlos auf Social Media zur Verfügung stellen sollten und ob es das Modell der gedruckten Tageszeitung noch geben wird – und wenn ja, in welcher Form.

Am Ende des Workshops haben wir in Gruppen eine weitere Frage zu beantworten versucht: Was macht ein zukunftsfähiges Medienformat aus? Ist es ein schon existentes oder kann man sich etwas Neues ausdenken? Und wie könnte man so etwas finanzieren? Ergebnisse der Gruppen waren sehr unterschiedlich, zum Teil auch in der politischen Kommunikation verankert. So wurden beispielsweise eine digitale Landkarte für politische Veranstaltungen oder eine interaktive Verwendung des Wahl-o-mats auf Social Media.

Maja Reinhardt und Alexandra Kehm

 

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