Tag 7: Hinter den Kulissen des MDR & KiKA

Tag 7: Hinter den Kulissen des MDR & KiKA

Der heutige Tag startete für die Teilnehmenden um 18 Uhr oder auch erst um 20 Uhr im Funkhaus des MDR. Durch den Workshop am Samstag, war der heutige Tag weitestgehend frei und die Teilnehmenden erwartete eine spannende Funkhaus-Führung mit einem MDR-Mitarbeiter. Die Führung begann mit der Besichtigung des Studio 1 sowie der zusammenhängenden Regie, wo unter anderem jeden Abend das „Thüringen Journal“ produziert und live ausgestrahlt wird. Für die Studierenden war es beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen mit einem perfekten Zusammenspiel es benötigt, um eine solche Sendung zur richtigen Zeit ausstrahlen zu können: Insgesamt sind täglich ungefähr 250 Mitarbeiter im Funkhaus tätig und allein für das „Thüringen Journal“ benötigt es rund 70 Mitwirkende. Im Anschluss konnte noch ein Blick in das Studio 2 geworfen werden, in dem vor allem KiKA-Produktionen, wie das Baumhaus oder auch KiKA live gedreht werden. Beide Studios arbeiten viel mit der Blue bzw. Green Box Technik, bei der im Anschluss Bilder oder Bewegtbild in das ausgestrahlte Bild eingefügt werden können.

Neben der Fernsehproduktion existiert im dritten Stockwerk des Gebäudes auch eine Hörfunkabteilung. Dort befinden sich drei Radiostudios sowie ein geräumiges Großraumbüro. Grund hierfür seien, so der Mitarbeiter des MDR, die verkürzten Informationswege, die sich aus einem Großraumbüro ergeben. Recherchiert beispielsweise ein Redakteur eine wichtige Information, die ein anderer Mitarbeiter benötigt, so ist der Informationsaustausch kurz und unkompliziert. Denn auch eine Radiosendung ist, genauso wie eine Fernsehproduktion, ein Zusammenspiel verschiedener Akteure. So gibt es eine unabhängige Musikredaktion, die allein für das Repertoire an Musiktiteln zuständig ist. Welcher Song allerdings wann gespielt wird, entscheidet ein spezieller Algorithmus. Durch diesen wird vermieden, einen Song mehrmals innerhalb von zwei Tagen abzuspielen. Außerdem ist er so programmiert, dass nach den Nachrichten nie ein Song mit deutschem Text ausgestrahlt wird, damit es dem Zuhörer leichter fällt, die verschiedenen Inhalte gedanklich zu trennen. Kommt allerdings doch mal ein Song, der unpassend sein sollte, hat der Moderator die Möglichkeit einzugreifen. Grundsätzlich sollte die Playlist der Sendung jedoch komplett unabhängig von dem persönlichen Musikgeschmack des jeweiligen Moderators sein. Dies wird durch den Algorithmus garantiert. Gestaltungsfreiraum wird dem Moderator jedoch im Text geboten: Hierfür ist nur er zuständig, allerdings mit dem Anspruch, dass eine gewisse Nähe zu den Zuhörern erhalten bleibt. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Moderator lediglich einfache Stichpunkte hat, aus denen er, wie in einem richtigen Dialog, freie Sätze „improvisiert“. 

Der „Blick hinter die Kulissen“ des MDR und KiKA war sehr interessant und informativ. Besonders gut ergänzt hat sich dieser Tag mit dem Workshop der Studioproduktion, bei dem auch einige spannende Einblicke in die tägliche Arbeit gewährt wurden. 

Die restlichen zehn glücklichen Springschooler kamen erst gegen 20Uhr im MDR-Funkhaus an, um später noch bei der Aufnahme der Sendung ‚Fakt ist‘ dabei zu sein. Am Set wurden sie herzlich von Jörg Heiss, dem Regisseur, der auch den Studioworkshop geleitet hatte, empfangen. Sie wurden der Aufnahmeleitung vorgestellt, bevor sie zunächst ebenfalls an der Funkhausführung teilnahmen. Zurück am Set wurde sich darüber unterhalten, was erwartet wurde und dann ging es auch schon los. Vorher von Jörg angewiesen, die ‚Anklatscher‘ zu sein, platzierte die Aufnahmeleiterin die Teilnehmer auf ihren Plätzen. Schade war, dass nicht alle zehn Springschooler im Setbereich Platz fanden. Dann wurde gesagt, es wären noch dreißig Sekunden, gefühlt war die Zeit aber viel kürzer, bis auch schon das Intro der Sendung eingespielt wurde. Viel faszinierender als das eigentliche Thema der Sendung war das Interagieren der Kameraleute. In dem kleinen Set befanden sich ganze sechs Kameras, von denen eine eine Steadycam war. Beobachten zu können, wie reibungslos die Kameras miteinander arbeiteten und beinahe durch den Raum tanzten war, da waren sich im Nachhinein alle Teilnehmer einig, unglaublich spannend. Letztendlich waren einige der Springschooler sogar einige Minuten im MDR-Fernsehen zu sehen und werden wohl bald die nächsten Stars am Medienhimmel sein.

Bevor es für sie dann wieder nach Hause ging, wurden sie noch von Jörg Heiss verabschiedet um sich am nächsten Tag wieder im Studiopark zu treffen und den nächsten Workshop in Angriff zu nehmen. 

Von: Johanna Heckert, Annabell Marker und Juliane Queißer

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